Berlin

Mauerstück - Topographie des Terrors
Besucher unterhalb des Mauerstück an der Niederkirchstrasse (vormals Prinz-Albrecht-Straße). „Topographie des Terrors“, Berlin. Mai 2013

1933 – Die NPD erzielt Wahlerfolge über der 40% Marke. Wahlplakate der Liste 1 werben für Hitler, Goebbels Zitate lassen einem das Blut gefrieren. Das erfährt man bereits auf den ersten Metern der eindrücklichen Ausstellung ‚Topographie des Terrors‘, die unterhalb eines Teilstück der Mauer an der Niederkirchstrasse (vormals Prinz-Albrecht-Straße) entlang führt.

Fotos und Zitate - "Topographie des Terrors", Berlin. Mai 2013
Fotos und Zitate – „Topographie des Terrors“, Berlin. Mai 2013

Die Fotos, Zitate, Zeitungsausschnitte und Wahlplakate werden mit geschichtlichen Kommentaren ergänzt. Verstört betrachte ich die Plakate und frage mich immer wieder: wie konnte das passieren, nein, wie kann das passieren. Auch heute noch werden mit Propaganda und Unterdrückung durch Staat und Anhänger der Regierung Länder regiert. Mir fallen Syrien und Nordkorea ein. Europa hat diese Zeiten hinter sich. Für immer? Kann das wirklich nicht mehr geschehen? Die Wichtigkeit dieses Mahnmals ist schon auf den ersten Metern offensichtlich.

Ich konnte oft meinen Augen nicht trauen, wenn ich Leute mit Hakenkreuz sah, die ich all die Jahre als Sozialisten gekannt hatte. […] Ich verurteile sie gar nicht. Das Hakenkreuz war eine Lebensversicherung, und sie wollten leben.
Käthe Frankenthal, Stadtärztin in Berlin-Neuköln

Es ist 10:30 Uhr. Busse fahren in regelmässigen Intervallen heran und wieder fort. Senioren aus aller Welt steigen aus. Erst etwa 1 Stunde später mischen sich jüngere Touristen unter die Besucher, bis dann am frühen Nachmittag Schulklassen von der Wilhelmstrasse her das Grundstück betreten. Nur die beklemmende Stille bleibt und zeugt von der Intensität dieses Ortes.

Topographie des Terrors. Berlin.
Infotafel „Standort im historischen Kontext“ – Topographie des Terrors. Berlin. Mai 2013

Doch erst beim Spaziergang durch den Park realisiere ich wirklich, wo ich geografisch eigentlich stehe. Die Informationstafeln ‚Standort im historischen Kontext‘ zeigen mir auf, dass ich gerade vor dem Gestapo-Hauptquartier stände, könnte ich mich in die 30er-Jahre zurückvesetzen lassen. SS-Mensa, Gefängniszellen, Bunkeranlagen. Mir läuft es kalt den Rücken hinunter.

Zellentrakt

Im Innenraum wird dann über die nächsten Jahre informiert. Ein Modell zeigt die gesamte Anlage zwischen … und … Am Schluss noch andere Länder und das Kriegsende bis hin zu den Tribunale und

Holocaust Mahnmal

Holocaust Mahnmal
Holocaust Mahnmal Berlin. Mai 2013

Veröffentlicht von

Ruggero De Pellegrini

PHOTOGRAPHER, DEVELOPER & INDIVIDUALIST

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