Plakatentwurf "Weil es auch anders geht"

Aktion „Weil es auch anders geht“

Vor einigen Monaten hat mir Isabelle Schnekenburger-Merk von der Hundeschule FinnsWelt von ihrer Idee für die Aktion „Weil es auch anders geht“ erzählt: Ein Foto eines Mensch-Hund Team, einen mit „Weil…“ beginnenden, frei gewählten, prägnanten Satz wie z.B. „Weil wir Freunde sind“ dazu einen Artikel aus dem Tierschutzgesetz mit ein paar erklärenden Worten dazu:

GEGEN GEWALT IN DER HUNDEERZIEHUNG

„Das Misshandeln, Vernachlässigen oder unnötige Überanstrengen von Tieren ist verboten.“
(Art. 4 Abs. 2 Satz 2 TSchG)

Unter anderem können folgende Handlungen strafbar sein:
den Hund auf den Boden drücken, Schnauzengriff, Dinge neben- oder auf den Hund werfen, mit Wasser bespritzen oder andere Schreckreize, körpersprachliche- oder verbale Bedrohung, Schlagen, Treten.

All dies geschieht jeden Tag. Es geht auch anders.

Ich war sofort begeistert von dieser Idee und bereit mitzumachen. Es ging nun darum das Konzept, das bereits existierte, zu verfeinern und für Print (Flyer / Plakate) und Web umzusetzen. Die Fotos sollten so spontan und natürlich wie nur möglich wirken. Portraits der Personen und Hunde in warmen Licht vor einem weissen Hintergrund. Zuerst waren ca. 20 Hunde-Mensch-Teams geplant, schlussendlich waren es 36. Diese an einem Tag zu fotografieren stellte eine grosse Herausforderung dar. 2 Wochen vor dem Photoshooting führten wir mit 4 Teams ein Testshooting durch. Licht, Entfernung, Setup konnten so getestet und notiert werden. Wir entschieden uns für 15 Minunten pro Team.

SetupFür das Hauptshooting war dann alles vorbereitet. Equipment, Zeitplan, Modelrelease, Helfer_innen, Essen und Trinken für die Crew.

Das eigentlich Setup war einfach. Zwei zusammengezurrte Sitzbänke als Sitzfläche für Mensch und Tier, bedeckt mit alten Tüchern. Ein Blitz Canon SB580II in einem Westcott Apollo Orb-Schirm hinter mir direkt auf die Sitzbank gerichtet. Ein Blitz seitlich links von der Stizbank in einem einfachen Schirm um die weisse Wand aufzuhellen.

Die Blitze wurden mit meinem PocketWizard Set (kontrolliert und ausgelöst (1 x MiniTT1, 2 x FlexTT5, 1 x AC3). Vor allem der AC3 Zone Controller war eine grosse Hilfe. Ich konnte damit schnell und zuverlässig an den Einstellrädchen die Lichtbalance der Blitze korrigieren. Der grosse Blitz war ja im Apollo Orb nur schwer zugänglich.

Als Kamera hab ich meine zuverlässige Canon EOS 5DmkII mit einem Canon 24-105mm f/4L IS USM Objektiv eingesetzt. Einstellungen ca. 70 bis 85mm bei Blende f/9 mit einer Belichtungszeit von 1/125s.

Wie sich herausstellte, war der Zeitplan eher konservativ gewählt. Bei den meisten Teams ging es sehr schnell. Nur 1 – 2 Hunde waren etwas nervös, und wir mussten ihnen Zeit lassen, sich an die Umgebung zu gewöhnen. Das wichtigste war, die Hunde zu nichts zu zwingen und keine Stress-Situation auszulösen. Das hat alles so wunderbar geklappt, alle Beteiligten hatten Spass, meist waren die Menschen angespannter als ihre Fellpartner.

Tipps zur Hundefotografie:

Begrüssung: Wenn ich Hunde fotografiere, versuche ich die Kamera schon beim ersten Sichtkontakt zu zeigen und ja nicht zu verstecken. Zuerst werden natürlich die Halter des Hundes begrüsst. Danbei merke ich schon, ob der Hund eher ängstlich ist oder nicht. Ich frage dann, wie der Hund heisst und ob ich den Hund streicheln kann. Danach gehe in die Hocke, etwas vom Hund weggedreht und halte meine Hand mit der Kamera zum Hund hin gerichtet. Wenn er neugierig genug ist, wird er dieses komische Ding schon beschnuppern wollen. Ich lasse die Fellnasen auch die Kamera und Objektive abschlecken, auch während dem Shooting. Die sind schnell wieder mit einem Tuch gereinigt, dafür hat der Hund umso mehr Spass und baut auch mehr Vertrauen zu mir als Fotograf auf. Es kann schon einschüchternd sein, wenn man von einem schwarzen Objektiv angestarrt wird. Darum sollte man nicht zu kleinlich sein.

Session: Gleich zu beginn der Session, versichere ich zuerst dem Hundehalter, dass wir Zeit haben und wir alles ganz ruhig angehen können. Eine allfällige Nervosität überträgt sich leicht auf den Hund, darum ist es umso wichtiger, alles mit einer ruhigen Stimme zu erklären und nur wenig Anweisungen zu geben. Auch sage ich dem Hundehalter, dass er jederzeit die Session abbrechen kann, wenn es nicht gehen sollte.

Die zwei wichtigsten Eigenschaften eines Tierfotografen: GEDULD UND RUHE

Anweisungen zur Pose gebe ich eher wenig und falls nötig, nur Tipps, was sich machen könnten: Sich anschauen, wegschauen, einen Trick machen, den der Hund gut beherrscht usw. Der Rest ist Improvisation und Zufall, was ich sehr mag. Sterile Studiofotos sind nicht so meine Sache, diese natürlich wirken zu lassen, meine Herausforderung.[/message]

Einen langen Samstag und über 32 Hundeteams später hatten wir dann die Fotos im Kasten. Ich möchte an dieser Stelle Isabelle & Tina danken, die als Assistentinnen die Model-Releases unterzeichnen liess und die Teams begrüssten, informierten und betreuten. So konnte ich mich voll auf das Fotografien konzentrieren. Auch einen Dank an Ida, die uns mit einem fantastischem Buffet die Mittagspause versüsste. (http://weil-es-auch-anders-geht.ch/danke-2/)

Stand am DiscDog TurnierDer Rest war dann noch Arbeit am Bildschirm: Fotos editieren, Webseite aufsetzen, Flyer und Plakate gestalten und Druckfertige Vorlagen erstellen. Anfang Mai war die Aktions-Seite online und pünktlich zum Disc-Dog Turnier bei der Bodensee-Arena in Kreuzlingen Mitte Mai waren die Flyer und Plakate gedruckt. Bei Kaffee und Kuchen wurden die Flyer einem interessierten Publikum verteilt.

„Weil es auch anders geht“ in der Presse und im Netz:



Rugy-und-Finn-Flyer  Und falls sich jemand gefragt hat: ja, es gibt auch einen Flyer mit mir und Finn

Veröffentlicht von

Ruggero De Pellegrini

PHOTOGRAPHER, DEVELOPER & INDIVIDUALIST

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