Gedanken zur Fuji X-Pro2

Meine Fuji X-E1 hat mir in den letzten Jahren gute Dienste erwiesen. Schon länger warte ich aber auf den Nachfolger der X-Pro1, um die nun gut gealterte Kamera ersetzen zu können.

Jetzt ist es endlich soweit: Fuji hat gestern die X-Pro2 offiziell vorgestellt.

Gerüchte gab es schon länger, aber die nun bestätigten Spezifikationen lassen kaum Wünsche übrig. Leider habe ich noch keine Möglichkeit die Neuerungen zu testen. Hier dafür aber meine Gedanken zu den mir wichtigsten Neuerungen.

Gewicht und Grösse

Mit 495 Gramm ist die X-Pro2 nur wenig schwerer als das Vorgängermodell und auch das etwas grössere Gehäuse werden mir nicht viel ausmachen. Mit einem neuen Handgriff soll sie besser in der Hand liegen. Im Vergleich zu 3 – 4 Kilo Kameraequipment, das ich mit meiner alten Spiegelreflex-Ausrüstung mitschleppte, ist eine Fototasche mit ca. 1 bis 1.5 Kilo federleicht.

Wetterbeständigkeit und Robustheit

Meine Fuji XE-1
Meine Fuji XE-1

Ob im Nebel, Schnee, Regen in der Schweiz oder am Baikalsee, dem Smog in Shanghai, in den staubigen Strassen Kambodschas, oder auf dem Motorrad durch Vietnam: meine Kameras müssen was aushalten. Ich nehme nicht sehr viel Rücksicht auf das Gehäuse und meine Objektive sehen kaum mehr ihren Deckel. Bis jetzt hatte ich Glück: etwas verschlagen sieht sie aus, die X-E1. Dass das Gehäuse der X-Pro2 nun wetterfest ist, wird mir die Sicherheit geben, auch bei härteren Bedingungen keine Bedenken zu haben.

Optischer Sucher

Was ich von der X100 an der X-E1 immer vermisst habe: der optische Sucher (OVF) mit eingeblendeten Informationen. Dieser Hybrid-Sucher wurden nun verbessert. Auch der elektronische Sucher (EVF) hat ein Upgrade erhalten. Dieser verfügt bei der X-Pro2 nun über eine Auflösung von 2.36MP und eine Bildwiederholrate von 80fps. Ein riesiger Sprung im Vergleich zur X-E1, bei dir ich schon mal wegen der verzögerten Anzeige zu spät abgedrückt habe.

Bildqualität und Sensor:

24 Megapixel! Bildqualität ist mir wichtiger als Megapixel, aber wenn beides stimmt, ist das für meine Landschaftsbilder und für meine Fine-Art Prints eine willkommene Verbesserung.

ISO

Meine Kamera ist immer auf Auto ISO 6400 eingestellt. Lieber ein etwas verrauschtes als gar keines. Jetzt auch mit ISO 12’800 arbeiten zu können und eine noch bessere Bildqualität herauszuholen, garantiert mir auch bei schlechten Lichtverhältnissen rauschfreie Bilder. Die ISO Zahl mit dem Regler für die Verschlusszeit anpassen zu können, ist eine nette Zugabe, für meinen Fotografierstil aber eher unwichtig.

Belichtungskorrektur

Der Belichtungsregler steht bei mir kaum still. Jedes Sujet verlangt nach einer manuellen Anpassung. Die Erhöhung der Bandbreite auf EV-3 / +3 per Drehregler ,bzw. -5 / +5 über eine Einstellung, kommt mir da sehr gelegen.

Verschlusszeiten

1/4000 war bei offener Blende schon mal zu zu lang. Optisch 1/8000 und elektronisch 1/32000 ist eine interessante Erweiterung. Eine Erhöhung des Flash Sync auf den Industriestandard 1/250 ist auch endlich gelungen

2 SD-Cards Slots

Das ist eine echte Überraschung und die Konfigurationsmöglichkeiten heben die Kamera auf ein noch professionelleres Niveau. Ob sequentiell, Backup oder ob ich RAW/JPEG aufteilen werde, wird sich noch zeigen.

Neues Menu

Gebt mir Verschlusszeit, Blende und Belichtungskorrektur als physische Regler und einen guten Sensor, speichert alles in RAW und ich bin schon zufrieden. Ist die Kamera einmal auf meine Wünsche eingestellt, halte ich mich äusserst selten im Menu auf: eigentlich nur um die Speicherkarten zu formatieren. Umso unübersichtlicher scheint mir dann die Menüstruktur einer Digitalkamera, egal welchen Hersteller es betrifft. Suchen, suchen, suchen… Jetzt soll das mit “My Menu” und einer besseren Darstellung gelöst zu sein. Die wichtigsten Funktionen auf eine persönlich konfigurierbare Seite legen klingt schon verlockend. Hoffen wir, es ist so hilfreich wie angekündigt.

Filmsimulationen und Körnung

Ich hab meinen eigenen Schwarz-/Weiss-Look konfiguriert, den ich manchmal neben den Original-RAWs mitspeichere. Mit Chrome und Acros freue ich mich auf zwei sehr schön gelungene Filmsimulationen. Dazu auch den Anteil an Körnung definieren zu können, ist sicher eine schöne Spielerei und einen Versuch wert. Ein Foto mit einem persönlichen Touch direkt von der Kamera und damit schneller im Internet veröffentlichen zu können, ist hier sicher ein grosser Sprung. Schlussendlich geht aber nichts über eine individuelle Bearbeitung im RAW-Konverter.

GPS und Wifi

Nein, GPS gibts nicht in der X-Pro2, aber mit der dazugehörigen Fuji-Smartphone-App soll man sich die Position über Wifi übertragen lassen können. Das erspart mir die Synchronisation mit den Garmin eTrex Daten. Ich zweifle aber noch an der Batterielaufzeit des Smartphones… Und Wifi ist heutzutage ein Muss in jeder Kamera, aber auch hier meine Sorge: Batterielaufzeit.

Wünsche:

Batterielaufzeit und eine bessere Anzeige der Restlaufzeit: 250 bis 350 Schüsse? Das scheint mir immer noch zu wenig und war auch bei der X-E1 immer ein Ärgernis. Kaum verliert die Batterieanzeige einen Strich, kann es schnell zu Ende gehen. Auch waren die Batterien bei kalten Wetter schnell am Ende. Ich hoffe, das ist nun bei der X-Pro2 etwas besser.

Konfiguration über App/Mac: Die Einstellungen der Kamera extern einzustellen und zu sichern, sollte heutzutage auch möglich sein. Diese auf weitere Kameras einspielen zu können, würde die Konfiguration von Backupkameras oder Ersatzkameras erleichtern.

Links zu aktuellen Tests und Artikel zur X-Pro2

Marius Masalar- Fujifilm X-Pro 2 Mirrorless, Matured

The Photographer – A First Hand Experience with the Fujifilm X Pro 2

dpreview – Retro through-and-through: Fujifilm X-Pro2 First Impressions Review

Jonas Rask Photography – The Fujifilm X-Pro2 Review

Kevin Mullins Fujifilm X-Pro2 Review ~ Initial Thoughts

Fujirumors –  First Look: Fujifilm X-Pro2

Veröffentlicht von

Ruggero De Pellegrini

PHOTOGRAPHER, DEVELOPER & INDIVIDUALIST

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